Verbindung verstehen
Murmeli schickt Ton und Bild so direkt wie möglich von einem Handy zum anderen. Welcher Weg möglich ist, findet die App selbst heraus. Du musst nichts einstellen. Oben im Bildschirm siehst du, welcher gerade läuft.
Die drei Wege
Beide Handys am gleichen Router. Die Daten gehen unmittelbar von Gerät zu Gerät und verlassen deine Wohnung nicht. Der schnellste Weg. Er funktioniert sogar, wenn dein Internetanschluss gerade gestört ist, denn der Router allein genügt.
Verschiedene Netze, trotzdem direkt. Du bist unterwegs mit mobilen Daten, und die beiden Handys haben einen Weg zueinander gefunden. Auch hier liegt kein Server dazwischen.
Über Zürich. Das Netz lässt keine direkte Verbindung zu, deshalb reicht unser Schweizer Server die Daten weiter. Er kann nichts mitlesen, alles bleibt verschlüsselt und wird nirgends gespeichert.
Ein Tippen auf das Info-Zeichen erklärt dir jederzeit, was gerade gilt.
Wenn die Übertragung über den Server läuft
Es funktioniert einwandfrei, auch unterwegs. Ton und Bild kommen an, die Alarme kommen an, und es kostet dich kein zusätzliches Datenvolumen: Es ist dieselbe Menge wie bei einer direkten Verbindung, sie nimmt nur einen Umweg. Den Mehraufwand trägt der Server, nicht dein Handy.
Was du merken kannst, ist eine kleine Verzögerung. Unser Server steht in Zürich, und das ist Absicht: Deine Daten sollen die Schweiz nicht verlassen. Innerhalb Europas macht der Umweg ein paar Millisekunden aus, die niemand bemerkt.
Weiter weg wird es spürbar. Sind beide Handys zum Beispiel in Australien, gehen die Daten von Sydney nach Zürich und wieder zurück. Der Ton kommt dann merklich später an.
Gib der Verbindung eine halbe Minute. Murmeli prüft nach dem Aufbau weiter, ob ein direkter Weg möglich ist, und schaltet um, sobald einer auftaucht. Das kann bis zu dreissig Sekunden dauern. Wenn oben also zuerst „Über Server“ steht, lohnt sich Abwarten, bevor du etwas änderst.
Was du selbst tun kannst, wenn du weit weg von der Schweiz bist: Bring beide Handys ins gleiche WLAN. Dann läuft alles im Haus und der Server ist gar nicht beteiligt. Geht das nicht, weil du unterwegs bist, schalte das Video aus. Ton allein braucht einen Bruchteil der Daten und ist gegenüber Verzögerungen viel unempfindlicher.
Die Diagnose öffnen
Wenn du genau wissen willst, was gerade passiert, hat Murmeli eine eingebaute Anzeige. Sie ist absichtlich versteckt, damit sie im Alltag nicht verunsichert.
So kommst du hin: Auf dem Eltern-Gerät, während die Verbindung läuft, den Finger etwa zwei Sekunden auf das Wort Murmeli in der Kopfzeile legen. Nicht tippen, gedrückt halten.
Die Anzeige aktualisiert sich jede Sekunde. Nichts davon verlässt dein Gerät, es wird nichts gesendet und nichts gespeichert.
Zustand: live
Verbindung: steht (Weg gefunden, verschluesselt)
Datenkanal: open
Audio empfangen: 7503 Pakete, 398 kB
Audio verloren: 40 Jitter: 0 ms
Weg: relay / relay (ueber Relay, UDP)
Laufzeit: 26 ms
Wege geprueft: 15 gesamt, 3 erfolgreich
Eigene Wege: host 6, srflx 2, relay 4
Gegenseite: host 3, srflx 1, relay 1
-> beide kennen sich, Firewall laesst nur den Relay durch
Neu ausgehandelt: 1x von 3, zuletzt vor 159 s
Vordergrunddienst: laeuft
TURN-Zugangsdaten: ok, 4 Adressen, vor 507 sZeile für Zeile
Zustand | Ob die Überwachung läuft. live ist gut. |
Verbindung | Ob ein Weg gefunden und die Strecke verschlüsselt ist. |
Datenkanal | Die Nebenleitung für Knöpfe und Meldungen, etwa den Akkustand des Baby-Geräts. open ist gut. |
Audio empfangen | Die wichtigste Zeile bei „ich höre nichts“. Steigt die Paketzahl, kommt Ton an und das Problem liegt bei der Wiedergabe. Steht sie still, kommt nichts an. |
Audio verloren | Die Qualität der Strecke. Ein paar verlorene Pakete sind normal, Jitter unter 30 ms merkt man nicht. |
Weg | Die Kernzeile, siehe unten. |
Laufzeit | Hin- und Rückweg. Unter 50 ms merkt man nichts, über 200 ms wird es hörbar. |
Wege geprueft | Wie viele Möglichkeiten es gab und wie viele funktioniert haben. Steht dort 1 erfolgreich, war der genutzte Weg der einzige, den das Netz durchgelassen hat. |
Eigene Wege | Was jede Seite angeboten hat. Fehlt bei einer Seite srflx, kennt dieses Gerät seine öffentliche Adresse nicht. |
Neu ausgehandelt | Wie oft Murmeli schon versucht hat, vom Server wegzukommen. |
Vordergrunddienst | Ob die App beim Sperren des Bildschirms wach bleibt. Auf dem iPhone heisst die Zeile Stille-Anker. STEHT erklärt nächtliche Abbrüche. |
TURN-Zugangsdaten | Ob die App den Server erreichen konnte. |
Die Weg-Zeile
Links steht dein Gerät, rechts das andere:
host | im selben Netz erreichbar |
srflx / prflx | über das Internet direkt erreichbar. Zwei Schreibweisen für dasselbe Ergebnis, sie unterscheiden sich nur darin, wie die Adresse gefunden wurde. |
relay | über unseren Server |
Steht auf einer Seite relay, läuft die ganze
Strecke über den Server. Eine halbe Direktverbindung gibt es nicht.
Dahinter in Klammern steht die Art der Übertragung, UDP oder
TLS. Für Ton ist UDP besser. TCP und TLS liefern jedes verlorene
Paket nach und halten dabei alle folgenden auf, was man als Stocken hört.
Der Knopf unten
Verbindung neu aushandeln sucht die Wege noch einmal von
vorn. Das reisst nichts ab, der bisherige Weg trägt weiter, bis ein besserer
steht. Wenn oben relay steht und du in einem Netz bist, in dem
mehr möglich sein müsste, ist der Knopf einen Versuch wert. Zwischen zwei
Versuchen liegen ein paar Sekunden Pause, in denen der Knopf nichts tut. Das
ist Absicht: Ein Neustart, der den vorigen abwürgt, macht es schlechter statt
besser.
Netze, die zumachen
Der häufigste Grund für „es läuft immer über den Server“ ist ein abgeschottetes Netz. Solche Netze heissen je nach Gerät und Anbieter Gastzugang, Gäste-WLAN, Gastnetzwerk oder einfach Public WLAN. Fachlich steckt dahinter meist die Einstellung Client-Isolation oder AP-Isolation.
Du triffst sie an:
- im eigenen Router, wenn der Gastzugang eingeschaltet ist. Bei vielen Modellen heisst das Netz dann fast wie das Haupt-WLAN, etwa mit dem Zusatz „…-Gast“, und man landet leicht versehentlich darin
- in Hotels und Ferienwohnungen, fast immer
- auf Campingplätzen und in Ferienanlagen
- in Cafés, Restaurants und Einkaufszentren
- in Firmennetzen und Coworking-Räumen
- in Spitälern, Bahnhöfen, Flughäfen und im Zug
- in Studentenwohnheimen und grossen Wohnanlagen mit gemeinsamem Anschluss
Diese Netze trennen die Geräte absichtlich voneinander, damit ein fremdes Notebook nicht auf deinen Drucker kommt. Genau diese Trennung hindert auch die beiden Murmeli-Geräte daran, sich zu finden.
Besonders ungünstig ist die Kombination aus normalem WLAN und Gastzugang am selben Router. Beide Handys sind wenige Meter voneinander entfernt, aber der Router lässt sie nicht miteinander sprechen, und für den Weg aussen herum müsste er ein Paket an die eigene Adresse annehmen und zurückwerfen. Das können die wenigsten Heimrouter.
Was hilft: Beide Geräte ins gleiche Netz. Wenn du die Wahl hast, nimm für beide das normale WLAN.
Port 443, oder warum manche Netze trotzdem funktionieren
Ein Handy muss seine öffentliche Adresse kennen, sonst kann die Gegenseite es nicht finden. Dafür fragt es kurz unseren Server. Diese Frage läuft normalerweise über einen eigenen Anschluss, den viele Gast-, Hotel- und Firmennetze sperren: Sie lassen nur das durch, was Webseiten benutzen.
Seit September 2026 bietet Murmeli den Weg zusätzlich über Port 443 an, also über denselben Anschluss wie jede verschlüsselte Webseite. Dadurch verbindet die App auch in Netzen, in denen sie vorher gar nichts zustande gebracht hätte. Und weil das Handy seine Adresse nun auch dort erfragen kann, wird in manchen dieser Netze wieder eine Direktverbindung möglich.
Du musst dafür nichts einstellen. Die App wählt selbst.
Was Murmeli von selbst tut
Du musst nicht eingreifen, damit die App den besten Weg findet. Sie versucht es zuerst direkt und nimmt den Server nur, wenn es anders nicht geht. Läuft die Übertragung über den Server, sucht sie danach noch dreimal nach einem direkten Weg, und wenn einer auftaucht, schaltet sie um. Du merkst davon nur, dass sich die Anzeige oben ändert.
Wechselt ein Gerät das Netz, etwa vom Mobilnetz ins heimische WLAN, sucht Murmeli die Wege ebenfalls neu. Und bricht die Verbindung ab, baut die App sie selbst wieder auf und schlägt Alarm, solange sie fehlt. Ein stiller Ausfall ist das, was ein Babyphone auf keinen Fall tun darf.
Häufige Fälle
Warum verbindet Murmeli gar nicht?
Prüfe zuerst, ob beide Geräte im selben Netz sind. Ist eines im Gastzugang und das andere nicht, scheitert das Koppeln über den QR-Code oft. Nimm dann den Fern-Code, der funktioniert auch über verschiedene Netze. In Ferienwohnungen und Hotels lohnt es sich, einmal zu koppeln, solange das Kind noch wach ist.
Warum stockt der Ton?
Schau in der Diagnose auf Jitter und verlorene Pakete. Steigen beide, ist die Strecke schlecht, und Video ausschalten entlastet spürbar. Steht in der Weg-Zeile TLS statt UDP, läuft die Übertragung über eine Verbindungsart, die für Ton ungünstig ist. Dagegen kannst du nichts tun, aber es erklärt das Stocken.
Warum läuft es über den Server, obwohl beide Handys zuhause sind?
Meist ist ein Gerät im Gastzugang. Prüfe die WLAN-Einstellungen beider Handys, oft heissen die Netze fast gleich. Zweite Möglichkeit: Ein Gerät hängt an mobilen Daten, obwohl WLAN verfügbar wäre. Das passiert, wenn das WLAN schlecht ist und das Handy von selbst umschaltet.
Ich höre nichts, obwohl „Live“ steht. Woran liegt das?
Schau in der Diagnose auf die empfangenen Audiopakete. Steigt die Zahl, kommen Daten an, und das Problem liegt am Ton selbst: Lautstärke am Eltern-Gerät prüfen, den Regler in der App prüfen, „Ton aus“ prüfen.
Warum bricht die Verbindung nachts ab?
Auf dem iPhone in der Diagnose auf den Stille-Anker schauen; steht dort STEHT, hält nichts die App wach. Auf Android muss der Vordergrunddienst laufen, und in den Systemeinstellungen sollte die Akku-Optimierung für Murmeli abgeschaltet sein. Auf beiden gilt: Das Baby-Gerät gehört ans Ladekabel, und mit Flugmodus an und WLAN wieder ein unterbricht kein Anruf die Verbindung.
Wohin kann ich mich wenden, wenn nichts hilft?
Öffne die Diagnose, mach ein Bildschirmfoto und schick es an support@murmeli-babyphone.ch. Die Anzeige enthält keine persönlichen Daten, keine Adressen und keine Namen, nur Zähler und Zustände. Damit lässt sich fast jedes Verbindungsproblem ohne Rückfragen einordnen.