Babyphone-App für Android und iPhone: was bei zwei verschiedenen Handys geht
Ein Android-Handy und ein iPhone lassen sich als Babyphone koppeln, aber nur mit einem Teil der Apps. Von 27 Babyphone-Apps im Schweizer Vergleich gibt es 17 nur für ein System. Die übrigen zehn stehen in beiden Läden, und die meisten davon verbinden auch über Systemgrenzen hinweg. Die eigentliche Hürde liegt woanders: Zwei Systeme heissen zwei App-Läden, und die meisten Apps wollen in jedem davon einzeln bezahlt werden.
Dieser Ratgeber stammt vom Entwickler der Babyphone-App Murmeli. Er beschreibt, was für Apps dieser Art allgemein gilt, und benennt auch das, was Murmeli selbst nicht besser macht.
Warum so viele Eltern genau diese Kombination haben
Das zweite Handy ist fast immer ein altes. Man kauft kein Gerät dazu, man nimmt das, was noch in der Schublade liegt.
Genau deshalb passen die beiden Handys so oft nicht zusammen. Wer vom Android aufs iPhone gewechselt ist, hat sein altes Android-Handy behalten und trägt ein iPhone in der Tasche. Bei einem Wechsel in die andere Richtung ist es umgekehrt. Dazu kommt der häufigste Fall überhaupt: Ein Elternteil hat Android, das andere ein iPhone, und beide wollen auf das Kind schauen können.
Erste Hürde: zwei Drittel der Apps gibt es nur für ein System
Für den Preisvergleich von Babyphone-Apps habe ich im August 2026 die Stores in der Schweiz durchgesehen. Von 27 fremden Apps sieht das Bild so aus:
| Anzahl | |
|---|---|
| In beiden Läden | 10 |
| Nur Android | 8 |
| Nur iOS | 9 |
17 von 27 Apps sind erledigt, bevor man sie überhaupt ausprobiert hat. Die zweite Hälfte gibt es schlicht nicht.
Der bekannteste Fall ist Dormi. Über eine Million Installationen, seit Jahren der Klassiker unter Android-Eltern, und es gibt die App nicht für iOS. Wer Dormi kennt, es empfohlen bekommt und ein iPhone im Haus hat, steht sofort wieder am Anfang.
Stand der Erhebung: 19. August 2026, Schweizer Stores.
Zweite Hürde: in beiden Läden zu stehen reicht nicht
Eine App kann in beiden Läden liegen und trotzdem nur mit sich selbst auf demselben System sprechen. Manche Anbieter pflegen zwei getrennte Fassungen, die nie füreinander gebaut wurden.
Ich habe deshalb für alle zehn nachgesehen, ob der Anbieter das gemischte Paar ausdrücklich zusagt. Nur was auf der Herstellerseite oder in deren Hilfebereich steht, zählt hier als Ja.
| App | Android + iPhone gemischt? | Beleg |
|---|---|---|
| Baby Monitor 3G | ja | Hilfeseite: „The Android version works great with the Baby Monitor 3G on your iPhone, iPad, and even macOS." |
| Cloud Baby Monitor | ja | Herstellerseite nennt iOS, Android und Mac im selben Verbund |
| Annie Baby Monitor | ja | beide Systeme wahlweise als Baby- oder Elterngerät |
| Bibino | ja | ausdrücklich plattformübergreifend, braucht aber ein Konto |
| Baby Monitor Nani | ja | Herstellerseite: Android als Kamera, iPhone als Monitor |
| Baby Monitor TEDDY | ja | Herstellerseite beschreibt die App als plattformübergreifend |
| Baby Monitor Timmy | ja | Herstellerseite: „Use iPhone and Android together" |
| Baby Monitor Saby | unklar | keine ausdrückliche Angabe gefunden |
| Baby Monitor Camera – NannyCam | unklar | keine ausdrückliche Angabe gefunden |
| Baby Monitor 5G Smart AI Cam | unklar | keine ausdrückliche Angabe gefunden |
| Murmeli | ja | beide Richtungen, Android im Kinderzimmer und iPhone bei dir oder umgekehrt |
„Unklar" heisst nicht „geht nicht". Es heisst, dass der Anbieter nichts dazu sagt, und dass ich es ohne beide Handys und beide Käufe nicht prüfen kann.
Geprüft am 21. September 2026.
Dritte Hürde: zwei Läden wollen zweimal Geld
Das ist der Punkt, den keine Produktseite als Erstes nennt.
Ein Kauf im App Store gilt im App Store. Ein Kauf bei Google Play gilt bei Google Play. Es gibt keinen Weg, wie Apple ein Guthaben an Google weiterreicht, und keinen Anbieter, der das an den Läden vorbei regeln könnte, solange er den Kauf über den Laden abwickelt.
Zwei Anbieter schreiben das offen hin:
- Baby Monitor 3G: „The app is sold separately for Android, iOS, and macOS."
- Cloud Baby Monitor: ein Kauf für iPhone und iPad, ein weiterer für Android, ein dritter für den Mac.
Für Murmeli gilt dasselbe. Die Freischaltung hängt am Laden, in dem sie gekauft wurde. Ein gemischtes Paar bedeutet also zwei Käufe, einen bei Apple und einen bei Google.
Auch zwei Handys mit demselben System helfen da weniger, als man denkt. Der Kauf gehört nämlich nicht dem Handy, sondern dem Konto, mit dem er getätigt wurde. Zwei Android-Handys teilen sich eine Freischaltung nur dann, wenn beide bei demselben Google-Konto angemeldet sind, und zwei iPhones nur bei derselben Apple-ID.
Genau das ist beim Babyphone selten der Fall. Das Gerät im Kinderzimmer ist meistens ein altes Handy mit seinem eigenen Konto darauf, oder es gehörte dem anderen Elternteil und hat dessen Konto. Wer das zweite Handy nicht vorher umgemeldet hat, zahlt also auch bei gleichem System zweimal.
Bei Abo-Apps mit Benutzerkonto liegt es anders herum. Dort hängt der Zugang am Konto der App und nicht am Laden, also trägt ein Abo über beide Systeme. Dafür läuft es weiter, solange man es nicht kündigt.
Was diese Apps kosten
Alle Angaben aus dem Schweizer App Store beziehungsweise von der Herstellerseite, nachgesehen am 21. September 2026. Geprüft wurde nur der Schweizer Laden, deshalb stehen hier überall Franken. In anderen Ländern zeigen beide Läden andere Beträge in der Landeswährung. Was sich nicht ändert, ist das Modell: Einmalkauf bleibt Einmalkauf, Abo bleibt Abo.
| App | Modell | Preis |
|---|---|---|
| Murmeli | Einmalkauf | CHF 4.90 |
| Baby Monitor 3G | Kauf-App, kein Abo | CHF 6.95 |
| Cloud Baby Monitor | Einmalkauf, je Plattform getrennt | Preis nur im Laden |
| Baby Monitor Timmy | Abo oder Einmalkauf | Preis nur in der App |
| Baby Monitor TEDDY | nur Abo | CHF 2.–/Monat, CHF 6.–/Jahr |
| Bibino | nur Abo | CHF 3.–/Woche, CHF 6.–/Monat, CHF 29.–/Jahr |
| Baby Monitor Nani | nur Abo | ab CHF 5.–/Monat |
| Annie Baby Monitor | nur Abo | CHF 12.–/Monat, CHF 60.–/Jahr |
Vier der acht sind reine Abo-Apps. Bei ihnen stellt sich die Frage nach dem doppelten Kauf gar nicht, dafür läuft die Zahlung weiter, solange das Kind im Kinderzimmer schläft und danach auch.
Bei den Einmalkäufen rechnet sich das gemischte Paar so: zweimal CHF 4.90 bei Murmeli, zweimal CHF 6.95 bei Baby Monitor 3G. Danach nie wieder etwas. Ein Abo für CHF 6.– im Jahr ist im ersten Jahr günstiger und im dritten teurer.
Was ich vor dem Kauf ausprobieren würde
Die Probezeit auf beiden Handys nutzen, nicht nur auf einem. Genau die Verbindung zwischen den zwei Systemen ist die, die klappen muss. Eine App, die auf zwei iPhones läuft, sagt nichts darüber aus.
Prüfen, ob ein Konto nötig ist. Bei plattformübergreifenden Apps ist das Konto oft der Mechanismus, über den der Zugang von einem System zum anderen reist. Wer kein Konto anlegen will, muss dann bei einer App bleiben, die ohne auskommt.
Beide Geräte einmal über Mobilfunk verbinden. Im selben WLAN funktioniert fast alles. Interessant wird es, wenn ein Gerät im Haus bleibt und das andere nicht.
Und Murmeli?
Murmeli macht aus zwei Handys ein Babyphone und verbindet dabei auch Android mit iPhone, in beide Richtungen. Das alte Android-Handy kann im Kinderzimmer stehen und das iPhone bei dir liegen, oder umgekehrt.
Es braucht kein Konto, es nimmt nichts auf, und es kostet einmalig CHF 4.90 statt eines Abos. Der Ton und das Bild gehen verschlüsselt und wenn möglich direkt von Handy zu Handy. Lässt das Netz keinen direkten Weg zu, vermittelt ein Server in der Schweiz.
Was Murmeli nicht besser macht als die anderen: Auch hier hängt die Freischaltung am Ladenkonto. Ein gemischtes Paar kostet zweimal CHF 4.90, und zwei Handys mit demselben System auch, sobald auf ihnen verschiedene Konten angemeldet sind. Nur wenn beide Geräte an derselben Apple-ID oder demselben Google-Konto hängen, reicht ein Kauf.
Häufige Fragen
Kann man ein Android-Handy und ein iPhone als Babyphone koppeln?
Ja, aber nur mit einem Teil der Apps. Von 27 geprüften Babyphone-Apps gibt es 17 nur für ein System. Von den zehn, die in beiden Läden stehen, sagen sieben ausdrücklich zu, dass ein Android-Gerät und ein iPhone miteinander funktionieren.
Muss ich die App zweimal kaufen, wenn ich Android und iPhone habe?
In aller Regel ja. Ein Kauf im App Store gilt nur im App Store, ein Kauf bei Google Play nur bei Google Play. Die beiden Läden reichen kein Guthaben aneinander weiter. Ausgenommen sind Apps mit eigenem Benutzerkonto, bei denen der Zugang am Konto der App hängt statt am Laden – das sind meist Abo-Apps.
Reicht ein Kauf, wenn beide Handys Android sind?
Nur wenn auf beiden dasselbe Google-Konto angemeldet ist. Der Kauf gehört dem Konto, nicht dem Gerät. Beim Babyphone ist das selten der Fall, weil das Gerät im Kinderzimmer meist ein altes Handy mit eigenem Konto ist. Bei zwei iPhones gilt dasselbe mit der Apple-ID.
Welche Babyphone-Apps gibt es für beide Systeme?
In beiden Läden stehen zehn der 27 geprüften Apps, darunter Baby Monitor 3G, Cloud Baby Monitor, Annie Baby Monitor, Bibino, Nani, TEDDY, Timmy und Murmeli. Dormi, der Klassiker unter Android-Eltern, gibt es nicht für iOS.
Worauf soll ich in der Probezeit achten?
Auf die Verbindung zwischen den beiden Systemen, nicht auf die App an sich. Probiere Android gegen iPhone, nicht zwei gleiche Geräte, und verbinde die beiden mindestens einmal über Mobilfunk statt nur im gemeinsamen WLAN.
Kurz zusammengefasst
Ein Android-Handy und ein iPhone zusammen als Babyphone zu nutzen ist möglich, aber die Auswahl schrumpft sofort auf etwa ein Drittel des Angebots. Von den Apps, die in beiden Läden stehen, sagen sieben ausdrücklich zu, dass das gemischte Paar funktioniert.
Rechne damit, dass du zweimal bezahlst. Das gilt beim gemischten Paar immer und bei zwei gleichen Handys fast immer, weil auf dem alten Gerät im Kinderzimmer selten dasselbe Konto angemeldet ist. Bei einem Einmalkauf sind das zweimal fünf bis sieben Franken und danach nie wieder etwas. Bei einem Abo zahlst du zwar meist nur einmal, dafür jeden Monat weiter.
Murmeli